Der Bach im Garten  
   
                                                 von H. Bollerhey u. Kristina Heerdt  
   
     
   
  Der Lebensraum Bach:  
  In der Natur noch einen Bach zu finden, dessen Reichtum an Tiere und Pflanzenarten nicht durch die Begradigung und Einleitung von Abwässern aus Industrie und Landwirtschaft beeinträchtigt wurde, erweist sich oft als schwierig. Umso wichtiger ist es für uns, diesen Lebensraum zu erhalten. Die Anlage eines Naturnahen Bachlaufes mit seinen vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten und Aufgaben ist eine Bereicherung für jeden Garten. Lufttemperatur- und feuchtigkeit werden durch bewegtes Wasser merklich beeinflusst.  
  Dass dadurch veränderte Kleinklima kann das gedeihen mancher Pflanzenarten günstig beeinflussen. Auch für die Tierwelt ist ein Wasserlauf ein gern besuchter Anziehungspunkt. Ein Bach trägt zur Erhaltung des biologischen Gleichgewichts bei. Er kann eine gute Ergänzung zum Gartenteich darstellen, indem er als biologischer Filter fungiert. Das Teichwasser wird mit Hilfe einer Pumpe ständig durch den Bach geleitet und dabei werden Schmutzpartikel festgehalten.  
     
                            
     
  Diese werden von denen im Bachlaufes lebenden Bakterien abgebaut und zu pflanzenverfügbaren Nährstoffen umgewandelt.  Aber auch wenn aus Platzgründen oder wegen kleiner Kinder kein Gartenteich angelegt werden soll, muss nicht vollkommen auf Wasser im Garten verzichtet werden. Denn ein Bachlauf  muss nicht zwanghaft als Ergänzung dienen, er kann auch eine gute Alternative zum Gartenteich sein. Aufgrund seines geringen Wasserstandes ist er so gut wie Kindersicher. Von der Quelle aus kann er sich über einige Staustufen und Wasserfälle zum Bachende schlängeln, dass zum Beispiel ein Sumpfbeet sein kann.  
     
  Der Bau eines Bachlaufes:  
  Einen Bachlauf kann man aus den verschiedensten  Materialien anfertigen. Im folgenden gehen wir allerdings nur auf den Bau mit Spezialteichfolien und die GFK- Schalen ein, da diese beiden Bauweisen am häufigsten durchgeführt werden.  
     
  Spezialteichfolien:  
  Die einfachste Art einen Bachlauf anzulegen ist die Verwendung von Spezialteichfolien, die mindestens eine Stärke von 1mm haben sollte. Für den Bachlauf ist eine Stelle im Garten günstig, die eine leichte Neigung hat. Natürlich ist ein Bachlauf auch auf ebenem Gelände möglich, oder aber man füllt Erde ein, bis ein leichter Hang entsteht. Des Weiteren sollte man darauf achten, dass das gewählte Areal, genau wie bei einem Gartenteich, täglich ca. vier bis sechs Stunden von der Sonne beschienen wird. Hat man den passenden Platz gefunden, steckt man den gewünschten Verlauf mit Stäben ab und legt die Höhen fest. Dann beginnt man mit den Erdarbeiten und hebt das Bachbett ca. 1 Meter breit und dreißig bis sechzig Zentimeter tief aus. Dabei berücksichtigt man spätere Stauzonen und Wasserstürze, indem man die Tiefe und Breite unterschiedlich anlegt, um verschiedene Fließgeschwindigkeiten zu erreichen. Man entfernt  Wurzeln und Steine. Um einen optimalen Wasserstand in jeder Stufe zu erreichen, empfiehlt es sich, an den Rändern eine Backsteinreihe oder eine Betonkante waagerecht einzubauen. So wird ein späteres heruntertreten der Folie verhindert. Nachdem das Bachbett modelliert ist (bei Verwendung von Beton einen Tag warten), bringt man eine ca. fünf Zentimeter dicke Sandschicht ein. Statt Sand kann man auch ein Schutzvlies (400 bis 500 Gramm/qm), verwenden. Anschließend wird auf diesem Bett die Folie verlegt. Dabei sollte man darauf achten, dass sie etwas tiefer als das umgebende  Erdreich abschließt. Später kann man die Teichfolie ebenerdig mit Kies bedecken, um den Kapilarfluß ins umliegende Erdreich zu unterbrechen. Bei sehr starken Windungen faltet man die Folie einfach übereinander. Um verschiedene Staustufen zu erlangen, schweißt man Folienstücke an der dafür vorgesehenen Stelle des vorgeformten Bachbettes mit einem Folienkleber aneinander. Diese Folienstücke werden später einfach aufgerichtet, mit Steinen fixiert und je nach Wasserstand im oberen Bachbett auf Höhe abgeschnitten. Ist die Folie fertig eingepasst, gestaltet man dass Bachbett mit unterschiedlich großen Steinen und trennt die einzelnen Pflanzenzonen vom Wasserlauf ab. Nun kann die geeignete Pflanzenerde in die abgeteilten Pflanzenbecken eingebracht werden. Nach der Bepflanzung wird die Pflanzenfläche mit Kies abgedeckt.  
     
   
     
  GFK - Schalen:  
  Eine weitere Möglichkeit ist es, den Bachlauf mit GFK-Schalen (Formen aus Glasfaser verstärktem Polyester) anzulegen. Diese Schalen erhält man in den verschiedenen Formen und Ausführungen. Sie erlauben es einen, auch kurze Bachläufe nach eigenen Vorstellungen zusammenzufügen. Man kann sie sowohl mit einem GFK-Teich, aber auch mit einem Folienteich kombinieren. Bauanleitungen liefert der Hersteller mit.  
     
                        
     
                                                 
  Bei dem oben gezeigten Bachlauf und die Folie kastenförmig eingegraben, mit Hilfe von großen Steinen wird das Bachbett unterschiedlich breit festgelegt. So wird ein natürlicher Bachverlauf nachgeahmt, an den Rändern entstehen großflächige Sumpfzonen, ohne Wasserverlust.  
                                
     
  Bepflanzung:  
  Sieht man von der Wasserzone des Baches ab, das heißt von den Bereich in den das Wasser fließen soll und in dem möglichst keine Pflanzen stehen sollen, so kann man Ränder noch nach abnehmendem Feuchtigkeitsgrad in zwei verschiedene Pflanzebereiche einteilen. An das fließende Wasser schließt sich die  Flachwasserzone mit einer Wassertiefe von ca. 0 bis  rund zwanzig Zentimeter an. Für die Flachwasserzone eignen sich u.a:
 
  • Sumpfdotterblume        ( Caltha palustris)
  • Zwerkschachtelhalm     ( Equisetum scirpoides)
  • Sumpfiris                        ( Iris pseudacorus)
  • Sumpfvergissmeinicht  (Myositis palustris9
  • Bachbunge                     (Veronica beccabunga)
  • Flutender Hahnenfuß     (Ranunculus fluitans)
  • Brunnenkresse               (Nasturtium officinale)
     
 
   
  Durch das verwenden einer ca. zwei Meter breiten Folie läßt sich die Artenvielfalt rund um den Bachlauf noch wesentlich erweitern. Dichtet stellt man den Rand des Bachlaufes nicht ab, so wird das Wasser durch die Kapillarwirkungbis zu fünfzig Zentimeter weiter transportiert. Aufgrund des enormen Wasserverlustes sollte man dies aber nur bei einem natürlichen Zulauf praktizieren. In der so entstandenen bodenfeuchten Randzone gedeihen Pflanzen, die nicht direkt ins Wasser gepflanzt werden können, z.B.:
 
 
 
  • Spierstaude                (Astilbe-Hybriden)
  • Blutweiderich              (Lythrum salicaria)
  • Etagenprimel              (Primula beesiana)
  • Trollblume                   (Trollius x colterum)
  • Blaues Pfeiffengras   (Molinia caerulea)
  • Japaniris                     (Iris ensata)
  • Buschwindröschen     (Anemone nemorosa)
  • Schachbrettblume      (Fritillaria meleagris)

 

 
  Für die Bepflanzung der Randzone geeignete Gehölze sind z.B.
:
 
 
  • Japanischer Fächerahorn   (Acer  palmatum)
  • Trompetenbaum                   (Catalpa bignonioides)
  • Rispenhortensie                   (Hydrangea paniculata)
  • Polarweide                            (Salix repens)
  • Zierbelkiefer                          (Pinus cembra)
     
 
   Lassen Sie sich in ihrem Fachhandel beraten, welche Pflanzen für Bachrand und Bachbett geeignet sind.  
     
  Quelle - Mündung - Technik:  
  Für den Aufbau der Quelle gibt es verschiedene Möglichkeiten. Den Beginn eines Bachlaufes kann zum Beispiel ein Quellstein bilden, bei dieser Variante wird der Pumpenschlauch durch einen durchgebohrten Findling geführt. Die Alternative dazu ist eine eher natürlicher Quelle die aus kleinen Findlingen oder Bruchsteinen gelegt wird. Das Wasser sollte verdeckt unter einem Stein in einem etwa zwanzig bis 50 Liter fassenden Quelltümpel l geleitet werden. Auch wenn der  Bachlauf nicht in einen Teich endet, sollte es dennoch eine kleine teichähnliche Mulde geben, in der die Umwälzpumpe mit ihren Ausgangstutzen untergebracht werden kann. Diese Pumpe fördert das über die Stufen und Steine gleitende Wasser von der Mündung zurück zur Quelle. Trotz Zurückleitung des Wassers ist eine gelegentliche Wasserzufuhr aufgrund der Verdunstung notwendig. Für den Wasserkreislauf ist eine Pumpe, die 100 bis 150 Liter/Minute fördert, geeignet. Die Schlauchgröße sollte 1 bis 1,5 Zoll betragen. (Siehe Zeichnung unten)